Oft diskutiert und immer mit kontroversen Meinungen behandelt, das Kormoranproblem.
Sicher kommen oft die Sprüche von Anglern: "Nur ein toter Kormoran ist ein Guter", doch oft wird dieses missverstanden.
Angler sind naturbewusste Personen, die die Hege und Pflege von Flora und Fauna unterstützen.
Ihnen geht es nicht darum mehr Fische fangen zu können, sondern sie sehen die resultierenden Probleme durch die erhöhte Kormorananzahl .
Der Kormoran verursacht einen erheblichen fischereiwirtschaftlichen Schaden und zerstört das biologische Gleichgewicht in unseren Gewässern.
Indirekte Verluste
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Meinungen von Personen wie "Die paar Fische, die von den Kormoranen gefressen werden schaden doch nicht" sind nicht zu halten.
Ein Kormoran frisst etwa 450-500g Fisch pro Tag, also etwa 170 kg pro Jahr.
Kormorane treten immer in Gruppen von 20-250 Vögel auf. Es wird deutlich, dass so eine Entnahme von mehreren Tonnen Fisch pro Jahr aus den Gewässern entsteht.
Hinzu kommen noch die Fische die beim Fangversuch vom Kormoran verletzt wurden und qualvoll verenden, welches etwa zusätzlich 175g pro Tag "indirekte Verluste" verursacht.
Durch die Hege unserer Gewässer, sprich auch Fischbesatz, kann dieses jedoch nicht aufgefangen werden.
Der Kormoran verursacht zusatzlich durch seinen scharfen Kot erhebliche Schäden an der Vegetation.
Kormorane können innerhalb weniger Tage zwischen 50% - 80% des Fischbestandes eines Gewässers herausfressen. |
Bei der Verabschiedung 1979, wurde der Kormoran unter der Vogelschutzrichtlinie zu den gefährdeten Arten im Anhang I aufgelistet. Jahrzehntelange Bekämpfung des Fischräubers, bis hin zum Einsatz des Militärs, hatten die Bestände dramatisch dezimiert. Aufgrund des umfassenden Schutzes haben sich die Bestände schnell erholt und aus der gefährdeten Art wurde ein Fischräuber, der nicht nur der Teichwirtschaft erheblichen Schaden zufügt, sondern z.B. in etlichen Flüssen den Bestand an Äschen in die Nähe von Null gebracht hat. Trotz solcher Fakten hat es Jahre gedauert und eines erheblichen Drucks aus dem Europaparlament bedurft, bis der Kormoran 1997 in den Anhang II überführt wurde und jetzt dem Jagdrecht zugänglich wäre. Bisher hat kaum ein Bundesland davon Gebrauch gemacht.
1970 gab es in Europa ca. 30.000 Kormorane. 1996 gab es auf dem westeuropäischen Festland rund 600.000 Kormorane. Inzwischen ist diese Zahl auf mindestens 900.000 Vögel gestiegen
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Nach Meinungen des NABU, sind die Angler selber schuld, dass der Bestand weiter zunimmt, weil sie ja durch den Fischbesatz dem Kormoran immer wieder neue Nahrung zukommen lassen.
Die NABU meint, dass sich die Population des Kormorans bei nicht Besetzen unserer Gewässer mit Fischen von alleine regulieren wird.

Da wir heute mehr Kormorane als vor 200 Jahren haben, wo unsere Gewässer "noch in Ordnung" waren, ist dieser Gedanke hinfällig. Ferner muss darauf hingewiesen werden, das der Äschenbestand, wie schon erwähnt, bei einer so hohen Kormorananzahl zum Aussterben verurteilt ist.
Dieses zeigt wiederum, dass gegen die Überpopulation des Kormorans dringend
populationsvermindernde Maßnahmen eingeleitet werden müssen.
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Der Kormoran ist ein Tauchjäger. Er schwimmt an der Oberfläche und taucht von dort nach den Fischen. Wenn er mit seinem Hakenschnabel einen Fisch gefangen hat, muss er auftauchen und den Fisch so zurechtdrehen, dass er ihn mit dem Kopf voran verschlingen kann.
Größere Fische entkommen dabei sehr oft, jedoch nur mit erheblichen Verletzungen an denen diese meistens verenden ( Indirekte Verluste).
Der Kormoran kann etwa 90 sec tauchen, wobei er eine Tauchtiefe von bis zu 40m erreichen kann.
Die normale Tauchtiefe liegt zwischen 1- 10 Meter.
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Durch die Schnelligkeit und Wendigkeit des Kormorans unter Wasser haben die Fische selten eine Fluchtchance.

Da das Gefieder der Kormorane keine wasserabscheidende Fettschicht besitzt, muss er nach dem tauchen seine Gefieder an der Luft trocknen. Hierbei nehmen sie eine ganz typische Haltung ein. Diese Pausen werden auch genutzt den Fisch zu verdauen. Stört man den Kormoran dabei, wird oft beobachtet, dass der Fisch ausgewürgt wird, um leichter abfliegen zu können.
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